Innovation – eine Einstellungssache?

Wachsender Innovationsdruck bestimmt die Märkte. Selbst etablierte Unternehmen müssen sich immer wieder selbst hinterfragen und ihre Produkte und Services optimieren. Doch wie bleibt man eigentlich erfolgreich innovativ? Und was kommt zuerst – technologische Entwicklung oder verändertes Mindset?

Getrieben durch die technologische Entwicklung (landläufig häufig auch als Digitalisierung bezeichnet) nimmt der Innovationsdruck auf den Märkten immer weiter zu. Dies führt zu einer Verschiebung von Marktpositionen und zum Teil auch zu einer Verdrängung von etablierten Unternehmen. Aus diesem Grund müssen Unternehmen kontinuierlich sich selbst und die eigenen Produkte und Services hinterfragen und innovativ verbessern oder sogar disruptive Innovationen auf den Markt bringen. Häufig ist die Meinung, dass dies alleine durch neuartige Technologie gelingt, d.h. dass man ein bestehendes Produkt/Service nimmt und mit einer neuartigen Technologie verbindet und schon hat man eine Innovation. Dies ist jedoch in Wahrheit nicht so einfach. Denn die Technologie ist in der Digitalisierung lediglich das Vehikel für Innovation, nicht jedoch der Ursprung. Der Ursprung liegt in den Menschen in der Organisation/dem Unternehmen, die mit dem richtigen Mindset Innovationen überhaupt erst möglich machen. Dies bedeutet auch, dass mit der richtigen Technologie, aber einem nicht passenden Mindset keine Innovation möglich ist, umgedreht jedoch mit dem passenden Mindset und mangelnder Technologie die Chancen auf eine nachhaltige Innovation trotzdem gegeben sind. Denn Technologie kann ich je nach Situation hinzuziehen, das Mindset muss jedoch als Voraussetzung gegeben sein.

Auf was kommt es jedoch beim Mindset an?

Hierzu gilt es erstmal zu klären was „Mindset“ überhaupt ist: Es handelt sich nicht um Haltungen, sondern um tiefliegende Persönlichkeitsmerkmale. Prinzipiell sind alle sechs erfolgskritischen Dimensionen des digitalen Mindsets (siehe: www.dci.digital) wichtig für Innovation in der Digitalisierung. Drei Dimensionen sind jedoch hervorzuheben, da diese für Innovationen unumgänglich sind:

  • Kundenzentriertheit: Inwiefern denke ich von den Kund*innen her und verstehe ihre Probleme, welche ich dann im zweiten Schritt gezielt mit einer Innovation lösen kann.

  • Offener Umgang mit Scheitern: Um Neuerungen und Innovationen zu erschaffen muss man viel ausprobieren. Selbstverständlich wird nicht jede Idee zu einem Erfolg (dies gilt insbesondere in der schnelllebigen digitalen Welt) und dies ist – mit dem richtigen Mindset – auch nicht schlimm. Denn durch jedes Scheitern einer Idee kann man sich seiner Vision iterativ nähern.

  • Kreativität: Für Innovationen ist es entscheidend, Themen anders zu denken und durch Kreativität aus bestehenden Denkmustern auszubrechen. Hierbei ist es wichtig neben der additiven Kreativität (Dinge werden verbunden) auch die subtraktive Kreativität (Konzentration auf den Kern einer Idee) zu berücksichtigen.

Mit einer starken Ausprägung dieser drei Dimensionen des digitalen Mindsets wird der Grundstein für Innovation gelegt. Ein entsprechendes Mindset kann auch entwickelt werden, jedoch gelingt dies nicht über Nacht (da es sich nicht um Haltung dreht), sondern muss langfristig gezielt entwickelt werden.