KI-Gärtnerei bis Telefon-Bot: AI Hub Nürnberg berät KMU & Handwerk

Veröffentlicht am May 08, 2026

KI-Gärtnerei bis Telefon-Bot: AI Hub Nürnberg berät KMU & Handwerk
In vielen KMU und Handwerksbetrieben der Metropolregion Nürnberg ist KI längst Thema, aber selten Selbstläufer. Die eigene IT-Abteilung fehlt, die ersten Use Cases sind unklar, Fragen zu DSGVO und dem EU AI Act bleiben oft unbeantwortet. Dazu kommt die Suche nach  Erfahrungswerten aus anderen Betrieben, die das schon einmal durchgemacht haben. Genau hier setzt der AI Hub Nürnberg an, eine Initiative von Wirtschaftsförderung Nürnberg und NIK  e.V., gestartet am 1. Januar 2025.  

Das bietet der AI Hub:  
  • 70+ Expert:innen im Netzwerk für Coachings  
  • Kostenlose Veranstaltungen zum Vernetzen  
  • Anlaufstelle für KI-Beratung für KMU & Handwerk in Nürnberg  

Wir haben mit Andrea Reindel, Projektmanagerin beim NIK e.V. und einer der Köpfe hinter  dem AI Hub darüber gesprochen, welchen Fragen Betriebe gerade mitbringen, wie hoch die  Nachfrage in der Region ist und warum am Ende fast alles auf den Fachkräftemangel  zurückläuft.  

„Es ist nicht mehr die Frage, ob man KI einsetzt. Die Frage ist, wie bewusst man  das tut."  

Diesen Satz wiederholt Andrea oft in Erstgesprächen. Viele Betriebe glauben, sie müssten in  eine fremde Welt umsteigen. Stimmt aber so nicht. Canva, HubSpot, Adobe oder Claude sind  in vielen Unternehmen längst Teil des Werkzeugkastens und bringen KI-Funktionen mit. Sie  selbst ist gerade von ChatGPT auf Claude umgestiegen, weil das im Tagesgeschäft besser  funktioniert. Wer also mit KI starten will, beginnt selten bei null. Es geht eher darum,  bestehende Tools bewusst zu nutzen, Erwartungen zu klären und Use Cases einzukreisen,  die im eigenen Geschäft wirklich Wirkung zeigen.  

Datenschutz ja, Stillstand nein - DSVGO & der EU AI Act

Andreas Position zur aktuellen KI-Debatte ist deutlich. Datenschutz und Datensouveränität  müssen ernst genommen werden. Aber die kollektive Angst, dass KI "die Welt übernimmt", hat  aus ihrer Sicht einen Effekt, der zu wenig diskutiert wird: Menschen probieren nicht aus, setzen  nicht um, entwickeln nichts weiter.  

„Wenn alle nur darüber reden, was schiefgehen könnte, baut am Ende niemand  etwas." 

Diese Doppelhaltung prägt die Arbeit des AI Hub: Risiken benennen, aber Handlung  ermöglichen. Andrea spricht offen darüber, dass Sprachmodelle Fehler machen,  Zusammenhänge erfinden und Quellen verfälschen können. Genau deshalb sei es wichtig, die  Grenzen zu kennen und nicht alles, was eine KI ausspuckt, eins zu eins zu übernehmen. Diese  Mischung aus Offenheit und Realismus ist es, die viele Betriebe abholt, die im eigenen Haus  keine Einordnung leisten können. Daher befinden sich im Experte:innen-Netzwerk des AI Hubs  auch KI-Recht-Jurist:innen, die Checklisten herausgeben. Denn Fragen zu der DSGVO, der  Datenschutz-Grundverordnung und dem EU AI Act, der jedes Unternehmen, egal welcher  Größe, zunehmend betrifft, gehören zu den häufigsten Anliegen. Die Unsicherheit ist groß, ob  man überhaupt loslegen darf. 

Vom Sensor in der Gärtnerei bis zum Telefonassistent in der Arztpraxis - KI-Best-Practices im Mittelstand

Wer verstehen will, was im AI Hub konkret passiert, schaut auf die Anwendungsfälle, die  Unternehmen mitbringen. Da ist die Gärtnerei, die ihre Aussaat und Bewässerung über  KI-Sensoren steuern will: Bodenfeuchte, Wetterdaten und Pflanzbedarf in einem Loop. Da ist  die Arztpraxis, in der das Telefon nicht stillsteht und ein KI-Telefonassistent die  Erstkommunikation übernehmen soll, damit das Team sich auf Patient:innen konzentrieren  kann. Und da sind viele Mittelständler, die interne Wissensdatenbanken aufbauen, damit  Mitarbeitende ihre Frage zum Urlaubsantrag oder zur Prozessdoku nicht mehr durch vier Tools  suchen müssen, sondern eine KI-Assistenz darauf antwortet.  

„Eine Gärtnerei mit KI-Sensoren für die Aussaat — damit hatte ich nicht gerechnet."  

Hinter den unterschiedlichen Cases steckt aus Andreas Sicht meist das gleiche Motiv:  Fachkräftemangel. Zwei, Vier Hände fehlen in vielen Werkstätten und Praxen. KI soll diese  Hände nicht ersetzen, aber Routineaufgaben wegfangen, damit das Team sich auf das  konzentrieren kann, wofür es qualifiziert ist. Genau dort setzt der AI Hub an: mit Erstberatung,  Wissensvermittlung und über 70 Expert:innen im Netzwerk, die je nach Anliegen vermittelt  werden. Alle Veranstaltungen sind durch die Förderung der Wirtschaftsförderung Nürnberg  kostenlos und damit auch für Betriebe ohne Beratungs-Budget zugänglich. Andrea und ihr  Team passen das Programm flexibel an, was die Community gerade umtreibt, kommt auf die Agenda.  

Mehr Anfragen als geplant und ein gemeinsamer Termin im Sommer - AI Camp für Expert:innen im Juli

Als der AI Hub am 1. Januar 2025 startete, lautete die interne Prognose: Handwerksbetriebe  werden noch zögern. Eingetreten ist das Gegenteil. Täglich erreichen den AI Hub Anfragen von  Betrieben, die mit KI starten oder konkret an KI-Agenten arbeiten und Unterstützung bei der 
Suche nach Fachleuten brauchen. Diese Resonanz, vor allem aus kleineren Betrieben, ist der  Grund für die Entscheidung, das Projekt um zwei Jahre zu verlängern.  

Parallel öffnet sich die Zielgruppe. Mit der Technischen Hochschule Nürnberg entsteht  gerade eine KI-Ringvorlesung für Studierende und Berufsanfänger:innen. Sie sollen früh  verstehen, wie KI ihre Arbeitswelt verändert, bevor sie selbst mittendrin stehen. Diese Brücke  zwischen Hochschule und Praxis ist Andrea besonders wichtig: Wer in zwei Jahren ins  Berufsleben startet, trifft auf Unternehmen, in denen KI längst Alltag ist.  

Beim Nürnberg Digital Festival 2026 ist der AI Hub erneut Kooperationspartner des AI  Camp. Die Verbindung entstand schon 2025 und hat aus Andreas Sicht "einfach funktioniert".  Die große AI-Hub-Community bringt Expert:innen und Praxisfragen mit, an denen das AI Camp  direkt ansetzen kann.  

„Die Rückmeldungen aus 2025 waren so positiv, dass für uns klar war: Es sollte  kein AI Camp ohne den AI Hub geben."  

Interviewpartner: Andrea Reindel

Andrea Reindel ist Projektmanagerin beim NIK e.V. und verantwortet dort den AI Hub Nürnberg. Seit zwei Jahren arbeitet sie im Netzwerk der Digitalwirtschaft an Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und Vereinsthemen. Der AI Hub Nürnberg wurde am 1. Januar 2025 auf Initiative von Wirtschaftsförderung Nürnberg und NIK e.V. ins Leben gerufen und ist die zentrale Anlaufstelle für KMU und Handwerksbetriebe in Nürnberg, die mit Künstlicher Intelligenz starten oder vertiefen wollen.

FAQ

Was ist der AI Hub Nürnberg?
Der AI Hub Nürnberg ist eine Initiative von  Wirtschaftsförderung Nürnberg und NIK e.V. Er wurde am 1. Januar 2025 gestartet und ist die  zentrale Anlaufstelle für KMU und Handwerksbetriebe in Nürnberg, die mit Künstlicher  Intelligenz starten oder vertiefen wollen. Über 70 Expert:innen aus dem Netzwerk unterstützen  mit Wissen, Vermittlung und kostenlosen Veranstaltungen. 

Was kosten die Veranstaltungen des AI Hub Nürnberg?
Alle Veranstaltungen des AI Hub  Nürnberg sind kostenlos. Möglich macht das die Förderung durch die Wirtschaftsförderung  Nürnberg. Es fallen keine Teilnehmerbeiträge an.  

Für wen ist der AI Hub Nürnberg gedacht?
Hauptzielgruppe sind KMU und  Handwerksbetriebe in Nürnberg. 2026 wird die Zielgruppe um Studierende und  Berufsanfänger:innen erweitert, unter anderem über eine KI-Ringvorlesung an der Technischen  Hochschule Nürnberg.  

Welche typischen Anwendungsfälle bringen Unternehmen in den AI Hub mit?
Häufige Use  Cases sind KI-Telefonassistenten in Arztpraxen, interne Wissensdatenbanken für Mitarbeitende  und Automatisierungen mit KI-Sensoren. Ein konkretes Beispiel: Eine Gärtnerei wollte Aussaat  und Bewässerung mit KI-Sensoren automatisieren.  

Wie hängen AI Hub Nürnberg und das AI Camp beim Nürnberg Digital Festival  zusammen?
Der AI Hub Nürnberg ist Kooperationspartner des AI Camp 2026, das am 1. Juli  2026 im Z-Bau Nürnberg stattfindet. Beide Formate ergänzen sich: Der AI Hub begleitet  KI-Einsteiger:innen ganzjährig, das AI Camp ist der jährliche Treffpunkt der KI-Community im  Rahmen des Nürnberg Digital Festivals.  

Wann findet das AI Camp 2026 statt?
Das AI Camp 2026 findet am 1. Juli 2026 von 10:00 bis  22:00 Uhr im Z-Bau, Frankenstr. 200, 90461 Nürnberg statt. Veranstaltungssprache ist Englisch.  Tickets gibt es unter: AI Camp Tickets 

Damit wird das AI Camp 2026 am 1. Juli im Z-Bau Nürnberg für viele Betriebe in der Region  zur logischen Andockstelle. Wer im AI Hub die ersten Schritte gegangen ist, findet beim AI  Camp einen Tag voller Deep Dives, Workshops und Use-Case-Diskussionen, plus Menschen,  die an ähnlichen Fragen schon arbeiten oder sie längst gelöst haben.  
Tickets gibt es im Rahmen des Nürnerg Digital Festival → Zum AI Camp 2026 anmelden 
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Svenja Sorger Marketing, Projektorganisation Nürnberg Digital Festival