Dürer to go – Mit Upcycling zum Unikat

Echte #nuedigital Festival-Fans erinnern sich vielleicht noch an das riesige Dürer-Selfie, das im letzten Sommer das Flughafen-Parkhaus zierte. Dass der berühmte Maler nicht nur in Überlebensgröße, sondern auch im Taschenformat eine gute Figur macht, zeigt ein gemeinsames Upcycling-Projekt mit der Metropolregion Nürnberg und den Erlanger Regnitz-Werkstätten.

„But first, let me take a selfie“ – das dachte sich wahrscheinlich auch Albrecht-Dürer, als er im vergangenen Festival-Sommer auf einem Werbebanner des Nürnberg Digital Festival poste. Ob er damals schon wusste, dass Teile des Banners ein zweites Leben geschenkt bekommen würden?

Upcycling, yeah!

Aus dem 17 x 17,8 Meter großen Werbebanner nähen die Mitarbeiter*innen der Regnitz-Werkstätten praktische Tragetaschen. Sie gehören zur Lebenshilfe Erlangen und fertigen echte Einzelstücke: „Wir betreuen etwa 250 Menschen mit Behinderung und arbeiten für verschiedene Firmen, haben aber auch Eigenprodukte, unter anderem Holzspielwaren“, erzählt Stefan Krebs, Leiter Vertrieb. „Und in dem Rahmen haben wir noch ein weiteres Projekt, das sich ‚Unikate‘ nennt.“ Hier werden bereits benutzte Materialien wiederverwertet und zu neuen Produkten umgearbeitet. „Wir haben uns sehr gefreut, dass die Metropolregion uns diesen Auftrag gegeben hat. Nicht nur, dass Upcycling eine tolle Sache ist, für unsere Mitarbeitenden mit Behinderung ist das eine interessante Aufgabe“, meint auch Werkstatt-Geschäftsführer Kristian Gäbler.

Etwa 150 Tragetaschen werden aus dem alten Bannerstoff entstehen. Ein Projekt, das nicht nur "gut aussieht", sondern bei dem auch der gute Zweck nicht zu kurz kommt – freut sich Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg: „Das Design ist Klasse! Da sieht man, dass digital und handgenäht zusammen eine spannende Kombination ergeben. Außerdem ist das Produkt nachhaltig und passt damit bestens zur Metropolregion." Die Taschen sollen dann bei einer Fahrt nach München an Delegationsmitglieder überreicht werden – "Vom Airport Nürnberg nach München  – ein echter Überflieger“.

Fidel Kazman und Jacob Summa von endlosMedia haben das Projekt mit der Kamera festgehalten:

Nachhaltig gelb – ein Community-Projekt

Die Dürer-Tragetaschen sind nicht das erste Community-Projekt, bei dem ein altes Werbebanner aufgewertet wird. Schon im vergangenen Jahr sind auf diesem Weg schicke Laptoptaschen entstanden. Denn die Frage, wie man als Festival nachhaltig handeln kann, beschäftigt das #nuedigital Team schon eine ganze Weile. Jedes Jahr müssen neue Flyer gedruckt und Produkte mit aktueller Jahreszahl produziert werden. Dann leuchtet die Stadt wieder in gelber Signalfarbe und alle wissen: Es ist Festivalzeit.

„Bei Werbemitteln und Merchandise – wie zum Beispiel Festival-Shirts oder -Beuteln – legen wir natürlich viel Wert auf Aspekte wie Regionalität, Fairtrade und Ökologie“, erzählt Antonia Merkler, die Projektleiterin des Festivals. Damit hochwertige Produkte dann auch noch länger als eine Festival-Saison lang zum Einsatz kommen, werden sie – wenn möglich – recycelt: Hocker, die noch aus #nueww Zeiten stammen, werden mit neuem Aufkleber wieder einsatzfähig. Alte Plakate dienen als Bastelmaterial für Kunstprojekte oder zum Verpacken von Paketen. Stelen bekommen einen neuen Zweck als Werkzeugunterlage. „Verwendungsmöglichkeiten gibt es viele – die Ideen dazu kommen oft aus der Community“, erzählt Antonia. „Unser Ziel ist klar: Nachhaltig ‚gelb‘ zu sein. Aber erst die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern macht das möglich.“