VR-Day im Südwestpark – Ist VR die Zukunft?

„Hilfe! Das Ding fliegt direkt auf mich zu“, kreischt Nadja und versucht einer durch die Luft schwirrenden Kugel auszuweichen. Für die Außenwelt ein belustigendes Szenario, denn eigentlich sitzt sie auf einem Stuhl in der Halle des Südwestpark-Forums. Sie trägt eine VR-Brille und umklammert einen trapezförmigen Controller. Nadja erzählt: „Nach ein paar Minuten bin ich komplett in diese Welt eingetaucht.“ Anhand von Virtual Reality, kurz VR, ist dies möglich.

Die Technologie wird immer populärer und bietet in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise Gaming, Fotografie oder Industrie, eine interaktive Möglichkeit, sich mit komplexen Themen auseinanderzusetzen. Beim VR-Day im Südwestpark-Forum stellen Unternehmen ihre neuesten VR-Ideen und deren Einsatzgebiete vor.

Gaming in neuen Dimensionen

In der Gaming-Branche hat sich Virtual Reality bereits etabliert, den Spielern bietet sich dadurch eine völlig neue Erfahrung: Mit dem Gefühl, vollständig in das Spiel integriert zu sein, wandert man durch die digital erschaffene Welt, löst Rätsel, erfüllt Aufgaben oder versucht, den Gegner zu besiegen. Wird beispielsweise der Kopf gedreht, entsteht das Gefühl sich mit dem gesamten Körper zu bewegen und umzusehen. Beim Nürnberg Digital Festival stellte das Unternehmen Pixel Maniacs sein VR-kompatibles Spiel ChromaGun vor.

Die Zukunft der Fotografie

Nicht nur im Gaming ist VR derzeit beliebt, auch die Fotografie nutzt die Technologie für ihre Zwecke. Die Anfänge der Fotografie führen zurück bis ins 18. Jahrhundert. Doch seitdem hat sich vieles in der Branche getan. hl-studios gaben einen Einblick in die Möglichkeiten der Fotografie heute.

„Unser Ziel heute ist es, reportagig vor Grün zu arbeiten“, sagt Daniel Boklage, Fotograf bei hl-studios. Ein Greenscreen wird zur Leinwand, die Kulisse jeweils wie benötigt angepasst. „Im Gegensatz zu früher, steht jetzt die Postproduktion von Bildern im Fokus. Wir können Bilder so bearbeiten, wie sich die Kunden das wünschen.“ Das erfordert einiges an Flexibilität, Spontaneität und Kreativität. Sowohl auf Seiten der Fotografen, Kreativen und Dienstleiter, als auch auf der der Kunden, die oft mit sehr genauen Vorstellungen kommen.

„Es ist möglich, Gebäude in den Hintergrund zu bauen, aber eben auch Interaktion nachträglich einzubauen“, erklärt Boklage in seinem Vortrag. Im Nachhinein müssen Bilder sogar unperfekt gemacht werden, da ein natürlich erzeugtes Foto vor echter Kulisse nicht so makellos wäre.

Durch VR-Projektion über Bildschirme sieht der Fotograf den grünen Hintergrund und daneben die bereits vorgefertigte Kulisse, um schon während der Produktion einen Eindruck davon zu bekommen, ob alles richtig abläuft. Die Möglichkeiten, die dem Studio damit geboten werden, sind nahezu grenzenlos: „Wir haben mittlerweile zahlreiche Presets an Hintergründen und wenn wir neue brauchen, basteln wir diese eben zusammen“.

hl-studios stehen aber nicht nur für „grün“; sie sind ein Hybridstudio, mit dem sie ihren Kunden moderne und innovative Lösungen anbieten wollen. Das Hybridstudio lässt den realen und den virtuellen Raum zusammenspielen. Orte, die sonst nicht in Frage kämen, können inszeniert und Produkte, die es noch nicht gibt, erstellt werden.

Die Revolution von Geschichtstouren

Schon seit mehreren Jahren bietet die Stadt Nürnberg Führungen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände an. Auf großen Tafeln sind Texte und Bilder zur Veranschaulichung der historischen Entwicklung angebracht. Bei großen Gruppen können Besucher auf den analogen Veranschaulichungsmitteln nichts erkennen. Um dieses Problem zu lösen, haben René Kasparek, Arthur Petto und Mark Schneider das Konzept der Blickwinkeltour entwickelt. Mittels Virtual Reality sollen Führungen interaktiver und erlebbarer gestaltet werden. Jeder Teilnehmer kann mit einer VR-Brille in eine virtuelle Welt eintauchen und bekommt einen Eindruck davon, wie die Umgebung in der Vergangenheit aussah.

Es gibt schon einige Bereiche, in denen Virtual Reality eine wichtige und neue Rolle einnimmt. In der breite Masse konnte sie sich bislang nicht durchsetzen. Wie sieht die Zukunft aus?

Hierzu Sven von den Pixel Maniacs: