Nürnbergs Wirtschaft gestalten: Ein Gespräch mit Dr. Michael Fraas

Seit Herbst 2011 im Amt hat Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas allerlei Verantwortlichkeiten. Neben der Gestaltung des Wirtschaftsstandortes ist er desweiteren zuständig für die Wirtschaftsförderung, die Stadtentwicklung, die EU-Angelegenheiten, die städtischen Immobilien, das Wohnungswesen und die Märkte. Im Gespräch erzählt Dr. Fraas, dass er Vieles seither über uns Nürnberger gelernt, unter anderem, dass wir viel dynamischer, digitaler und jünger sind, als wir nach außen wirken und dass die Nürnberg Web Week Viel dazu beiträgt. Aus Ihrer Sicht, was zeichnet die Nürnberger Webszene aus? Antwort: Die Webszene ist eine Querschnittsbranche, die sehr viele Wirtschaftszweige umfasst. Dazu zählen Unternehmen, die ausschließlich mit Internetdienstleistungen und virtuellen Dienstleistungen wirtschaften, ebenso wie Teilbereiche klassischer Wirtschaftsbranchen, bei denen Geschäftsprozesse bzw. Transaktionen durch Internettechnologien unterstützt werden. Die Stärke der Webszene ist ihre Vielfalt. Bezeichnend für die Nürnberger Szene ist ebendiese intensive und vielschichtige Vernetzung. In der Stadt gibt es eine Reihe von offenen Networking- und Dialogformaten wie z. B. der CreativeMonday oder der Webmontag, die dazu beitragen die heterogenen Akteure zu einer Einheit zusammen zu schweißen. Was macht die NUEWW gut? Antwort: Aus meiner Sicht ist hervorzuheben, dass die Nürnberg Web Week jede bzw. jeden mitnimmt. Sie ist die Plattform, auf der sich die Nürnberger Web-Szene in ihrer Vielfalt präsentiert und auf der ein wichtiger Gemeinsinn stiftender Austausch stattfindet. Trotz ihres vielfältigen Programms ist die Nürnberg Web Week eine kostenfreie, nicht kommerzielle Veranstaltung und somit für alle Interessentinnen und Interessenten frei zugänglich. Die Nürnberg Web Week macht die lebendige Web-Szene in Nürnberg für alle sichtbar. Sie gibt Freelancern, Gründerinnen und Gründern, Internet-Start ups oder auch etablierten Unternehmen die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen. Auch Unternehmen aus ganz anderen Branchen können sich mit der Internet-Szene verlinken. Web-affine Unternehmen können sich präsentieren und netzwerken. All das funktioniert dank der zahlreichen Sponsoren aus der örtlichen Wirtschaft und der tatkräftigen Arbeit der Organisatoren. Was kann die NUEWW besser machen? Wo sehen Sie noch ungenutzte Potenziale bei der Zielsetzung der Web Week? Antwort: Die Nürnberg Web Week ist auf einem guten Weg, sich zu einer angesehenen Eventplattform für die Internetwirtschaft in der Metropolregion zu etablieren. Eine noch intensivere Kooperation mit den regionalen Technologieclustern Nürnberger Initiative für die Kommunikationswirtschaft und Open Source Business Foundation bieten Potenziale, die Inhalte der Web Week weiter zu entwickeln und zu ergänzen. Ebenso sehe ich noch große Chancen in der stärkeren Miteinbeziehung des wissenschaftlichen Know-hows aus der Region. Knapp 60 Lehrstühle an den Universitäten in und um Nürnberg beschäftigen sich mit innovativen Ansätzen in der Informations- und Kommunikationstechnik. Hinzu kommt angewandte Forschung in zwei regionalen Fraunhofer Instituten für Integrierte Schaltungen IIS und für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB. Vervollständigen Sie diesen Satz: „NUEWW gibt Nürnberg…“ Antwort: …ein Gesicht als innovativer, digitaler Wirtschaftsstandort und als zukunftsorientierte wie weltoffene Großstadt. Die Web Week stärkt die Wahrnehmung der Nürnberger Webwirtschaft weit über die Grenzen der Metropolregion hinaus. Vielen Dank für das Interview, Herr Dr. Fraas. Interview und Text: Sham Jaff