Michael Schober – Menschenfotograf auf Instagram

Ein Interview mit dem Instagrammer Michael Schober

Instagram und Fotograf – Topf und Deckel! So wundert es nicht, dass ich mir für eine Story einen Fotografen ausgesucht habe und ihn nachgefragt habe, was Instagram für ihn bedeutet. Ein Studio-Besuch bei Michael Schober, der das soziale Netzwerk erfolgreich für sich nutzt.

Vorab kurz ein Datencheck (Stand 11. April 2019):

Insta-Konto: @schoberfoto
Aktiv seit: 2012
Follower: 3.310
Beiträge: 1.978
Haupt-Bildthema: Menschen

Michael Schober bezeichnet sich selbst als Menschenfotograf und wer seinen Account besucht, der schaut in ganz unterschiedliche Gesichter. Viele Portraits in besonderen Momenten blicken in die Kamera, hier werden Gefühle greifbar. Daneben sind aber ab und zu auch Videos zu finden, in denen der Künstler kleine und große Monster in die Bilder hineinmalt, die haben es mir persönlich ganz besonders angetan. Ganz selten finden sich auch Produktfotografien.

Vom Hobby zum Beruf

Das Studio, in dem wir uns treffen, ist geschmackvoll aber spartanisch eingerichtet. Hauptsächlich prägt der weiße Fotohintergrund das Bild, an den Wänden lehnen große Tafeln in bunten Farben, die ebenfalls als Hintergrund dienen. Ansonsten befindent sich dort ein Laptop, einige Bücher, zwei Sessel und ein Tischchen. Natürlich sind auch Fotografien an den Wänden zu sehen.

Wir sprechen über die Menschlichkeit, die sich in seinen Fotos ausdrückt und nebenbei erzählt er mir, dass Fotografie keinesfalls sein Erstberuf ist. Zunächst war Michael Schober Buchillustrator für Kinderbücher. Er war bei Verlagen sehr gut vernetzt und hatte feste Aufträge. Eigentlich hätte alles so bleiben können. Aber das wurde wohl eindeutig zu sehr Alltagstrott, die Kreativität wich der Routine. Was mir wie ein Traumberuf erscheint, wurde für Michael zum Job. 

2013 kam dann der komplette Bruch mit dem Beruf als Illustrator, als er auf einer Messe feststellte, dass er sich immer weniger für Bilderbücher interessierte, ihn aber die Bildbände und Fotobücher umso mehr fesselten. Über das Fotografieren sagt er: „Wenn du zeichnest oder malst, fließt alles in die Zeichnung hinein, bei der Fotografie zählt das Gefühl für den Moment.“ Und das reizt ihn bis heute.

Inzwischen ist er hauptberuflich Fotograf und unterrichtet an einem Tag in der Woche nebenberuflich Kommunikations- und Mediendesign an einem Hersbrucker Gymnasium.

Erstes Bild: Hauskater

Sein Sohn hatte ihm 2012, kurz vor einer großen Reise, einen Instagram Account eingerichtet und diesen mit dem Facebook-Profil verknüpft. Erstes Bild auf Instagram: Cat-Content, der Hauskater.

Ohne es zu ahnen, veröffentlichte Michael dann seine Fotos aus dem New York Urlaub auf Facebook und Instagram gleichzeitig. Die ersten Gehversuche waren also eher ungeplant als zielgerichtet und die Urlaubsbilder verschwanden anschließend wieder aus dem Account. Heute teilt er sehr bewusst bestimmte Fotos, die seine Arbeit darstellen und sorgfältig von ihm ausgewählt sind. 

Instagram selber ist für Michael ein Kanal, der ihn fasziniert und auch interessiert. Erstaunt ist er, wie sich einige Menschen eine Scheinwelt aufbauen, sich so völlig anders präsentieren, als sie im Privatleben sind.

Kunden über Instagram

Michael Schober sagt, er führe ein „positives Tagebuch“ auf Instagram, in dem er die schönsten Momente herausfiltert. Seinen Kunden scheinen diese positiven Momente zu gefallen– sie schätzen ihn insbesondere als Hochzeitsfotografen. Neben der Hochzeitsfotografie bilden Firmenporträts (Mitarbeiter) und Eventfotografien die Einnahmequellen.

Er bekommt über den Instagram-Account tatsächlich immer wieder Anfragen, die sich dann auch oft zu Aufträgen entwickeln. Über Kontakte, die sich bei Instagram gefunden haben, wird er auch gerne weitervermittelt. So vermittelte ihn beispielsweise eine Kundin, die Michael für ein Geburtstags-Shooting gebucht hatte, an einen Juwelier weiter. Daraus ergab sich ein Auftrag für Edelstein-Fotografien, was ihn selbst überraschte, da er sich in diesen Bereich erst grundlegend einarbeiten musste. Weil der Kontakt aber sehr persönlich zustande kam und der Auftraggeber ihm freie Hand ließ, konnte Michael seine Kreativität unter Beweis stellen und hatte eine für ihn ausgesprochen spannende Arbeit zu leisten. Die Steine sind ebenfalls auf Instagram zu bewundern.

Michaels Tipps für Instagram-Einsteiger

Am Ende des Gesprächs frage ich Michael nach seinen Tipps für Instagram-Neulinge. „Sei authentisch!“, rät er jede*r Einsteiger*in. „Ein Bäcker sollte nicht vom Segeln posten, das passt nicht“, sagt er weiter. Die Hashtags findet er nicht so wichtig. Klar, sie helfen bei der Themensuche, aber für ihn zählt die durchgängige Art, wie ein Instagram-Account aufgebaut ist. Jeden Tag ein Bild hochladen und morgens und abends in Instagram aktiv sein, sind für ihn die wichtigsten Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Kanal.

Für Werbung auf Instagram hat er noch keinen Cent investieren müssen.