Erobert Generation Z die Arbeitswelt?

„Materialistische Monster“ oder auch „Realisten von Morgen“. So wird die Generation Z von den Medien bezeichnet, aber was genau ist wahr? In Kooperation mit der berufundfamilie Service GmbH gehen die Studierenden der Hochschuleinrichtung Campus M21 in Nürnberg diesen Attributen der Generation Z auf den Grund.

42 Studierende der Fachrichtung Wirtschafts- und Werbepsychologie am Campus M21 in München und Nürnberg gingen gemeinsam mit der Agentur berufundfamilie Service GmbH mit Sitz in Frankfurt a.M. der Frage nach, wie die zukünftige Arbeitswelt der Digital Natives aussehen wird.

Als Digital Natives werden dabei diejenigen Jugendlichen bezeichnet, die in einer von digitalen Medien geprägten und bestimmten Welt aufwuchsen und aufwachsen. Die Digital Natives werden zum Teil noch der Generation Y (1977–1998), aber insbesondere zur Generation Z (1998–heute) zugeordnet. Der Fokus der Befragung liegt ausschließlich auf der Generation Z im Bezug auf deren bevorstehenden Berufseintritt.

Die Fragestellungen aus der Vorstudie drehten sich um die acht personalpolitischen Handlungsfelder der berufundfamilie Service GmbH: Arbeitszeit, Arbeitsort, Arbeitsorganisation, Information und Kommunikation, Führung, Personalentwicklung, Entgeltbestandteile und Serviceleistungen.

Erkenntnisse der Vorstudie

Schon die Vorstudie zu den Erwartungen und Einstellungen der Generation Z in Bezug auf die Arbeitswelt hat gezeigt, dass die Digital Natives keine materialistischen Monster sind, sondern dass sie vielmehr Wert auf immaterielle Dinge wie eine ausgewogene Work-Life-Balance, intellektuelle Herausforderungen und selbstständiges Arbeiten legen. Zudem sind diese immateriellen Dinge nicht nur hinsichtlich der Arbeit, sondern auch mit Blick auf die Arbeitsmotivation wichtig.

Zwar gilt auch bei der Generation Z das Motto „ohne Moos, nichts los“, aber es folgen gleich nach dem Gehalt als obersten Motivator die Sinnhaftigkeit der Aufgabe, Aufstiegsmöglichkeiten und Selbstverwirklichung. Wiederum zeigen sich die Z-ler*innen bei den gewünschten Zusatzleistungen vom Unternehmen etwas materialistischer, denn Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und der klassische Dienstwagen stehen hoch im Kurs. An erster Stelle bei den Zusatzleistungen steht jedoch die Gesundheitsförderung. Im Zuge des Megatrends der Nachhaltigkeit ist dies keine große Überraschung, denn alle vorstellbaren Gesundheitsmaßnahmen, von der ergonomischen Büroausstattung bis hin zu betrieblichen Gesundheitskursen, fordert die Generation Z von ihren zukünftigen Arbeitgeber*innen.

Dem Name „Digital Natives“ nach, vermuten viele Personen, dass diese Generation sich in der virtuellen Welt am wohlsten fühlt und auch ausschließlich digital, egal ob privat oder beruflich, kommunizieren möchte. Das ist aber falsch gedacht! Am liebsten kommuniziert die junge Generation persönlich und Face-to-Face mit Teammitgliedern oder der Führungskraft. Nach eigenen Aussagen können durch die persönliche Kommunikation Verständnisfehler vermieden, Anliegen besser ausgedrückt und Inhalte besser vermittelt werden. Daher kommt auch der Wunsch der Z-ler*innen, dass die Führungskraft an bestimmten festgelegten Tagen vor Ort im Unternehmen sein sollte, da sich zudem die jungen Arbeitnehmer*innen wünschen, mit Problemen direkt zur Führungskraft gehen zu können.

Die nächsten Schritte

Da die Vorstudie nur mit einer eingegrenzten und somit nicht repräsentativen Zielgruppe durchgeführt wurde, soll die Befragung nun auf die gesamte Bundesrepublik ausgeweitet werden.

Zudem wurden auch Experteninterviews mit den Personalverantwortlichen aus den Unternehmen durchgeführt, um nicht nur die Sicht der Z-ler*innen, sondern auch den Blickwinkel der betroffenen Arbeitgeber*innen miteinzubeziehen. Zahlreiche zertifizierte, wie auch nicht vom audit berufundfamilie zertifizierte Unternehmen, haben an diesen Interviews teilgenommen. Die Befragungen wurden sowohl telefonisch als auch persönlich durchgeführt und haben in etwa eine Stunde gedauert. Nach der Durchführung aller Interviews werden die erhobenen Daten noch entsprechend ausgewertet und aufbereitet. Im Anschluss entwickeln die Studierenden daraus die quantitative Befragung mit der betroffenen Zielgruppe.  

Ziel ist es, eine repräsentative Studie zu den Erwartungen der Generation Z an deren zukünftige Arbeitgeber*innen zu publizieren und aus diesen Ergebnissen auch Handlungsanweisungen für sie abzuleiten.