Blick in die Nürnberger Webszene mit Franka Ellen Wittek

Erst 20 Jahre jung, aber schon eins der aktivsten und etabliertesten Gesichter der Nürnberger Webszene ist Franka Ellen Wittek (Xing-Profil). Die gebürtige Nürnbergerin ist hauptberuflich Freelancer im Bereich der Webentwicklung und betreut die Internetpräsenzen diverser Kunden. Sie studiert Kulturwissenschaften und schmeißt den Coworking Space in Nürnberg indem sie sich um die Veranstaltungen der etlichen Usergroups kümmert, diese auch promotet und vermarktet, die Buchhaltung zusammenhält und virtuos Cappuccinos aus der Esspressomaschine zaubert. Viele Leute in ihrem Alter treibt es weg aus Nürnberg, gerne in Städte wie Berlin. Franka hat beschlossen zu bleiben. Auf die Frage nach dem Warum, erzählt sie, dass sie nach der Schule auch unbedingt nach Berlin wollte. Kein Weg führte daran vorbei. Dann traf sie aber im Jahre 2011 Andreas Fehr auf einem Fotoworkshop, einer der Mitgründer des Coworkingspaces in Nürnberg. Andreas zeigte ihr den noch im Aufbau befindlichen zukünftigen Freiberuflerhimmel und in einem der Sitzsäcke sitzend kam ihr dann die Eingebung: Sie muss in Nürnberg bleiben. Ihre Aufgabe soll nun sein, Nürnberg cooler zu machen.

Nürnberg oder Berlin?

Franka hatte ihre Zeit in Berlin bereits und ihre Erfahrungen dort gemacht. Sie nippt am Cappuccino und meint, dass es in Berlin schon alles gäbe und alles bereits etabliert sei. In Nürnberg dagegen hat man die Möglichkeit selbst etwas zu machen, zu gestalten und aufzubauen. In Nürnberg gibt es diese Freiräume. Es ist möglich, selbst etwas zu bewegen und etwas Neues zu machen. Die Webszene ist offen dafür und es wird gemeinschaftlich gearbeitet und man kommt ohne Konkurrenzverhalten aus. Franka gefällt das.

Ihre Highlights der Nürnberger Webweek 2013

Ihre Highlights der Nürnberger Webweek 2013 sind geprägt durch die Erinnerungen an die erste Webweek. Auf die Mobile First! Night freut sie sich besonders. Im ersten Jahr war das eine einzigartige Veranstaltung, Popcorn mampfend in einer Location wie dem Rio Kino zu sitzen und den Vorträgen zu lauschen. Auch wird der Hackathon wieder toll wenn sich ein Haufen Nerds im Coworking Space um einen mystisch beleuchteten Server scharen und die Nacht durchmachen. Und auf das, was das Open Device Lab auf die Beine stellen wird, freut sich Franka.

Die Nürnberger Webszene hat Vorteile

Ihr gefällt die Webszene in Nürnberg. Alle sind gut vernetzt, jeder kennt jeden und man ist sich wohl gesonnen. Es gibt niemanden, der sein eigenes Süppchen kocht. Die Szene tritt unglaublich geschlossen nach außen auf. Freunde aus München staunen gerne mal, ob der Einigkeit in Nürnberg und wie gut die Szene hier funktioniert. Diese Einigkeit und Zusammengehörigkeit ist ein großer Pluspunkt für die Webszene, sagt Franka, und sehr wichtig für die Außenwirkung. Zwar sie selbst erst seit ca. zwei Jahren aktiv in der Fränkischen Netzszene dabei, dennoch nimmt sie bereits Veränderungen war: die Szene wächst und es ist erstaunlich wie sie wächst. Es gibt nämlich wenig jungen Nachwuchs. Die Szene wächst eher durch etablierte Firmen, die dazustoßen, und nicht so sehr durch junge Leute die reinkommen und z.B. ihre Startups gründen. Ob das ein Manko ist, sei dahingestellt, aber es fällt auf.

#nueww - Klassentreffen der Webszene

Die Nürnberger Webweek ist für sie eine wichtige Veranstaltung, quasi das Klassentreffen der Webszene, ihr gemeinsames Auftreten. Wichtig für die Wahrnehmung der Szene und insbesondere auch gut für Nürnbergs Image als Webentwicklungs- und Innovationsstandort. Die Webweek zeigt, dass es in Nürnberg coole Events und einen Haufen cooler Leute gibt und dass niemand nach Berlin muss, um eine solche Szene zu haben. Genau das soll den Leuten auf der Webweek gezeigt werden und Franka ist gerne mit dabei und mittendrin.

Interview und Text: Dirk Murschall