Auf Sendung - Ein Podcast über Nürnberg und so

Nürnberg und so“ startete im Jahr 2012. Das relativ junge Projekt hat sich schnell in der fränkischen Webszene und auch darüber hinaus etabliert, was nicht zuletzt an der Hingabe der beiden Köpfe hinter dem Projekt liegt: Daniel Bendl und Markus Wolf. Derzeit beheimatet im Landkreis Fürth bzw. im Fall von Markus immer wieder direkt in Nürnberg. Daniel zog es irgendwann aus Gera nach Franken und er arbeitet selbständig als Werber (klassisch und online) und beschäftigt sich nicht nur mit seiner Familie, sondern ist auch als Fundraiser unterwegs. Markus ist Innovationsmanager bei einem internationalen Fachverlag in Köln und was die beiden neben ihrem Hang zum guten Gespräch auch noch eint ist, dass sie vor einiger Zeit bereits ein eigenes Content Management System entwickelt haben mit für die Zeit sehr innovativen Ideen und mit Konzepten die mittlerweile auch in die etablierten „CMSse“ Einzug finden. Aber das nur am Rande.

Daniel Bendl und Markus Wolf

Wie man zu einem Podcast kommt

Die Idee und den Drang einen Podcast zu machen, hatten die beiden schon seit einigen Jahren, seit 2002 um genau zu sein. Eine grobe Idee entstand nach der Eröffnungsfeier einer Niederlassung einer großen Kaffeehauskette. Die Szenerie mit den schweren Ledersesseln, den umherwuselnden Menschen, den Geräuschen der angeregten Kaffeehausatmosphäre gab den Impuls, eben dieses Setting einzufangen und als Fundament für eigene Gespräche zu nutzen. Es sollte aber nochmal etwas dauern und etliche Reisen zu Deutschlands Konferenzen und Messen benötigen, um zu der Erkenntnis zu kommen, das Nürnberg einen guten Fundus an spannenden Protagonisten beherbergt. Der Blick von außen schärfte die Wahrnehmung auf die Heimat. Auf einmal traf man auf Leute in der Stadt, die z.B. einen weltweit renommierten Kaffee brauen und das auch wohlformuliert zu erzählen hatten. Daniel und Markus nahmen sich vor, spätestens jetzt eine Plattform aus der Taufe zu heben, die die netten Gespräche, insbesondere die mit ihren guten Kontakten, die sonst im kleinen Kreis verhallen würden, einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Interessante Menschen aus der Region kommen zu Wort

Der Fokus ihres Podcasts liegt dabei auf den Menschen aus der Metropolregion Nürnberg, einfach um dem Format einen Rahmen zu geben, wurde auch eine Zielgruppe definiert und zwar die Mütter von Daniel und Markus. Jeder Folge entsteht mit dem Hintergedanken und dem Wissen, dass Markus‘ Mutter jede Folge hört. „Nürnberg und so“ ist demnach auch explizit kein Technikpodcast und kein Ort für Tec-Themen, sondern handelt immer von Menschen und ihrer Faszination und Geschichten. Parallel dazu existiert aber auch ein Blog, das themenorientierter konzipiert ist.

Die Webszene bietet Unterstützung und Aufmerksamkeit

Daniel und Markus sind viel in der Nürnberger Webszene unterwegs, haben viele CMS-Nights und Webmontage mitgemacht und sind mittlerweile selbst aktiv. Markus hält Vorträge auf den Veranstaltungen und auch ihr Projekt „Nürnberg und so“ wurde durch einen Vortrag auf einem Webmontag offiziell gestartet, um auf diesem Weg die Unterstützung der Szene zu bekommen. Nun gibt es auf jedem Webmontag immer ein kleines Update, um den Leuten zu zeigen, wie es um das Podcast-Projekt steht und wie es sich entwickelt.

Die Fränkische Webszene im Vergleich

Sie beschreiben die Fränkische Webszene als eine sehr offene, aber auch als eine sehr kleine Szene im Vergleich zu München, Köln oder Berlin. Gerade diese drei Städte profitieren von einer generell großen Medienszene und ihrem finanziellen Polster bzw. der Strahlkraft durch Hipstertum und den Startups, speziell in Berlin. In Nürnberg ist man indes nicht untätig. Durch den Coworking Space in Nürnberg als Zentrum konnten sich Usergroups, Veranstaltungen und Formate etablieren. Allerdings kommt derzeit recht wenig Neues hinzu und es gibt recht viele Eigenbrötler. Von Markus kommt der Einwurf, dass man noch viel viel mehr zusammen machen könnte. In anderen Städten gibt es mehr und stärkere Gruppenbildung.

Highlights auf der Nürnberger Webweek

Aber nun gibt es die Nürnberger Webweek zum zweiten Mal. Daniel freut sich speziell auf den Webmontag, Markus auf den eigenen Vortrag im Rahmen der Pecha Kucha Night. Der Tipp von beiden ist border:none am 25. Oktober. Auslassen werden die beiden eh nur wenige Veranstaltungen in der verlängerten Netzwoche. „Hoffentlich etabliert sich das Thema Internet mehr in den Köpfen, insbesondere in denen der Politik“, gibt Markus zu Protokoll. Außerdem wäre zu überlegen, das „Nürnberg“ aus dem Namen zu streichen, und nur eine „Webweek“ zu veranstalten, um das Interesse überregional zu fördern. Es wäre gut, die Gäste durch Themen und Inhalte anzulocken, um nicht in den Grenzen der Region stecken zu bleiben. Nichtsdestotrotz, für Daniel und Markus bietet die Nürnberger Webweek einen Rahmen, in dem viele Menschen auf die Idee kommen mal eine Veranstaltung zu machen und eine Öffentlichkeit bekommen. Sie gibt Nürnberg eine Plattform für Netzthemen und den Leuten dahinter. Die erste Webweek in Nürnberg hat viele regelmäßige Veranstaltungen entstehen lassen. Interview und Text: Dirk Murschall