Agile Kitchen

Agiles Arbeiten trifft kreative Küche

Zwischen dampfenden Töpfen, heißen Pfannen und klappernden Messern geht es in der Küche oftmals hektisch zu: Jeder Handgriff muss sitzen, damit am Ende ein perfektes Gericht auf den Teller kommt. Teamwork und Eigenverantwortung, handwerkliches Können und  Leidenschaft bestimmen die oft minutiös getakteten Abläufe. Fähigkeiten, die vor dem Hintergrund der Digitalisierung auch jenseits von Herd und Ofen gefragter sind denn je.

In der Arbeitswelt heißt „Digitalisierung“ längst mehr, als analoge Prozesse in Nullen und Einsen zu übersetzen – denn ein Faktor bleibt auf absehbare Zeit analog: Der Mensch. Mit all seinen rechnerischen und physischen Beschränkungen. Und mit all seinen geistigen und sensorischen Potentialen. Um mit der galoppierenden Entwicklung und sich ständig verändernden Kundenbedürfnissen Schritt zu halten, setzen immer mehr Unternehmen auf sogenannte „Agile Prozesse“. Schlagworte wie „Scrum“, „Product Owner“, „Backlog“ und „Burndown Chart“ sind in aller Munde.

Letztlich dreht sich alles um ein Ziel: Die Anforderungen von Markt und Kunden zu erkennen, zu validieren und passgenau zu bedienen. Während auf vielen Vorstands- und Managementetagen längst klar ist, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, herrscht in der Belegschaft oftmals Ratlosigkeit: „Was ist los? Wie sollen wir arbeiten? WARUM?“ So oder ähnlich klingt der Sound an vielen Tischen in den Kantinen der Republik, wenn der „agile“ Newcomer mit hoher Eigenverantwortung, selbstorganisierten Teams und kurzen Entwicklungs- und Feedbackzyklen den weitläufig etablierten „Wasserfall“ ablösen soll.  Dabei wartet die Antwort quasi hinter der Küchentür.

Wie eingangs erwähnt, ist die Welt des Kochs – obgleich vollständig analog – geprägt von agilen Prozessen: Schon die Kreation eines neuen Gerichts ist eine Geschichte von ständiger Weiterentwicklung, Erfahrung und Experimentierfreude. Bei der Zubereitung ist jeder im Team auf den anderen angewiesen: Küchenchef und Sous-Chef, Mise en place, Grillstation und Pattiserie arbeiten Hand in Hand, um das Menu „en point“ auf den Teller zu bringen; immer mit dem Ziel, dem Gast ein einzigartiges Geschmackserlebnis zu bereiten. Mehr Kundenzentrierung geht nicht.

Das Pilotprojekt Agile Kitchen bringt die Analogien zwischen Küche und digitalem Arbeitsplatz zusammen. Beim gemeinsamen Kochen unter professioneller Anleitung nähern sich die Teilnehmer agilen Arbeitsweisen auf kulinarisch-spielerische Weise. Ziel ist es, die Prozesse nicht nur theoretisch zu erlernen, sondern selbst zu erleben und im Dialog mit Teilnehmern und Trainern Erfahrungen auszutauschen, um diese später selbst weitergeben zu können.

Unterstützt und begleitet werden die Teilnehmer von der Profiköchin Diana Burkel (WÜRZHAUS), sowie den Agile Coaches Julian Knorr und Rodelio Delos Santos Arcilla (ONESTOPTRANSFORMATION) und den Kommunikationsberatern Andreas Schauerte und Philipp Nieberle (KALTWASSER KOMMUNIKATION).

Habt ihr auch mal Lust "agil" am Herd zu stehen? Mehr Infos gibt es unter: www.agile-kitchen.de

 

Autor: Andreas Schauerte