3 Erkenntnisse zur Künstlichen Intelligenz (AI), die einfach verblüffend sind

Roboter hält einen Skelettkopf in der Hand
Paessler Blog 2018

1. AI ist bereits überall. Auch wenn wir es jetzt nicht AI nennen.

Auf meinem Weg zur Arbeit nehme ich zuerst den Zug, dann die U-Bahn. Wenn ich am Hauptbahnhof in Nürnberg ankomme, entscheidet kein menschliches Gehirn darüber, auf welchem Bahnsteig ich ankomme und wie die anderen Züge geleitet werden müssen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Die Gestaltung eines effektiven und fehlerfreien Zeitplans liegt schon lange in den Händen einer AI. Beim Laufen durch den Bahnhof weiß ich bereits genau, wann die nächste U-Bahn fährt. Auch diese Abfahrtszeiten wurden nicht von einem Menschen berechnet, sondern von Computern.

Im Allgemeinen habe ich dabei auf dem Weg ein, zwei Minuten Zeit zum Kaufen einer Brezel und warte dann einen Moment auf die Ankunft der nächsten fahrerlosen U-Bahn. Ja, du hast richtig gelesen. Wir haben auf vielen Linien fahrerlose U-Bahnen in Nürnberg (wo sich das Paessler HQ befindet). Dieses Projekt nennt sich RUBIN und wird von Siemens Mobility getragen. Seit 2010 fahren zwei Linien vollständig automatisch, ohne einen Fahrer und ohne jegliche Unfälle. Und jedem, der nun annimmt, dass dies zu massiven Entlassungen von Fahrern geführt habe, kann ich sagen, dass zumindest in diesem Falle die AI keine Jobs gestohlen hat. 120 vormalige Fahrer arbeiten nun im Kunden-  und Systemdienst und stellen sicher, dass der Betrieb reibungslos läuft.

2. AI-Entwicklung ist nicht linear, sondern exponentiell.

Wir Menschen sind darauf programmiert, Vorhersagen über die Zukunft anhand der Vergangenheit zu machen. Einfach gesagt, die Vergangenheit war eher schlicht. Vor 70.000 Jahren gab es die sogenannte kognitive Revolution, bei der wir Menschen Sprachen, Kulturen und Gedankensysteme entwickelten. Dies machte uns zur vorherrschenden Tierart auf dem Planeten. Aber zwischen den großen Meilensteinen der menschlichen Geschichte (dem ersten kontrollierten Feuer, der ersten Schrift, den Katalogisierungssystemen) vergingen recht lange Zeitspannen. Anfänglich waren wir die längste Zeit Jäger und Sammler (unsere Gene eignen sich speziell dafür), danach Bauern.

Wenn wir die 70.000 Jahre seit der kognitiven Revolution betrachten und dann an die Zukunft denken, an AI und den Weg, der vor uns liegt, dann glauben wir, auf einem Bürgersteig zu laufen, der eine leichte Steigung aufweist und der entspannt auch an einem Sonntag Nachmittag nach drei Flaschen Bier bewältigt werden kann. In der Realität befinden wir uns jedoch im Basislager am Mount Everest und der Gipfel erhebt sich steil über unseren Köpfen.

3. Wenn AI zur Superintelligenz (ASI) wird, kannst du deine Geschichtsbücher verbrennen.

Viele Menschen denken, dass eine ASI eine ziemlich smarte AI ist, die mehr als schnell rechnet und nur eine Sekunde für eine Aufgabe benötigt, für die Menschen einen ganzen Tag bräuchten. Aber es geht nicht wirklich um diese Quantität, sondern mehr um die „Qualität der Intelligenz", was etwas vollkommen anderes ist. Was uns Menschen intelligenter als Affen oder Ameisen macht, ist nicht der Unterschied in der Geschwindigkeit des Denkens, sondern die Struktur unserer Gehirne und unsere Fähigkeit, komplexe Ideen zu entwickeln. Wenn wir die Leistung eines Ameisengehirns nähmen und ihr Denken 10.000-fach beschleunigten, wird die Ameise NICHT in der Lage sein, Quantenmechanik zu verstehen, zum Mond zu fliegen oder ein TESLA-Auto zu bauen. Eine ASI wird ein vollkommen neues Unternehmen sein, etwas, das bislang noch nicht dagewesen ist und etwas, das uns eventuell so überlegen ist wie wir den Ameisen gegenüber. Und wenn wir die Konsequenz bedenken, dass eine super-intelligente AI in der Lage ist, verbesserte Versionen von sich selbst herzustellen, dann kann deren Wirkung nicht mehr länger vorhergesagt werden und letztlich stehen wir im Dunkeln bezüglich dessen, wie die Zukunft aussehen wird. Beängstigend? Dann lies den letzten Abschnitt und entscheide für dich selbst.

Die erweiterte Version des Textes gibt es hier!

Ob die ASI den Menschen überhaupt noch braucht? Ihr lest es auf dem Blog.

 

Bildquelle: Paessler AG